September

Unser Kräutergarten im Monat September

Die Arbeit im Garten ist für uns Gärtner immer beglückend, besonders jetzt im September. Auf unseren Streifzügen durch die Kulturen gibt es immer wieder etwas zu beobachten und vor allem zu ernten. Es fasziniert uns, wie unsagbar reich uns die Natur mit ihren Gaben beschenkt. Wir haben die Kräuter durch den Sommer hindurch begleitet. Dabei gehen wir mit den Pflanzen schon fast eine Art Verhältnis ein und bis zur Ernte ist daraus schlichtweg Respekt ge-worden. Wir sind dankbar für die Kraft der Erde, die die Pflanzen so schön wachsen lässt. So besteht für uns der Luxus darin, die Kräuter nach Möglichkeit 30 Minuten vor dem Verbrauch zu ernten, damit keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen und die Pflanzen uns mit Energie versorgen.

Wir nutzen die letzten schönen Sommertage, um noch einmal die Blüten von Johanniskraut, Ringelblume und Goldmelisse zu ernten und für den Winter zu trocknen.

Im September verpflanzen wir die mehrjährigen Pflanzen. Vor allem die Goldmelisse braucht einen neuen Standort, da sie sonst eingeht. Mehrjährige Pflanzen wie Salbei, Echinacea und Lavendel schneiden wir nur sanft zurück, damit sie den Winter gut überstehen. Den effektiven Rückschnitt tätigen wir erst im Frühjahr, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.

Einjährige Pflanzen wie Basilikum, Boretsch, Koreander und Dill sowie einige mehrjährigen wie Goldmelisse, Schnittlauch und Fenchel lassen sich leicht aus Samen ziehen. Langsam wachsende mehrjährige Pflanzen wie Thymian und Rosmarin besorgt man sich am Besten bei einer Gärtnerei oder als Ableger von Freunden.

Was gibt es Besseres als den frischen Duft eines am Morgen gepflückten, anregenden Thymian- oder Rosmarintees oder vor dem ins Bett gehen einen beruhigenden Eisenkraut- oder Melissentee zu geniessen. Zögern Sie nicht, von diesen Blättern zu ernten und sich im Hotel einen frischen Tee damit zuzubereiten (einige Blätter pro Tasse/3-4 Minuten ziehen lassen). Heisses Wasser finden Sie in der Teecke oder auf den Getränkestationen auf den Etagen.

Unter den Holunderbäumen haben wir Lavendel, Kapuzinerkresse und Knoblauch gepflanzt. Das hält die Läuse fern. Sollte an feuchtheissen Sommertagen doch einmal eine Läuseplage auftreten, helfen uns umgestülpte Tontöpfe. Mit Holzwolle gefüllt, bieten sie einen idealen Unterschlupf für Ohrwürmer. Die unermüdlichen Helfer sind neben den Marienkäfern wahre Weltmeister im Läuse fressen. Fenchel, Dill und Koreander locken Schwebefliegen und Schlupfwespen an, die unser Insektenhotel bewohnen und im Garten mit Blattläusen aufräumen.

Das Ziel des biologischen Gartenbaus ist ein gesunder Organismus. Mein Grossvater wusste es: Die Natur reguliert sich von selbst. Sie braucht den Menschen nicht. Wer keine Insektizide einsetzt, wird je nach Klima früher oder später Blattläuse und andere Schädlinge im Garten haben. Gesunde Pflanzen sind in den meisten Fällen widerstandsfähig und erholen sich schnell von den Angriffen der Schädlinge.

Wichtige Arbeiten im September
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Ernten und Trocknen der Kräuter
- Kompostieren der abgeernteten Gartenbeete
- Sanfter Rückschnitt der Kräuter und mehrjährigen Pflanzen
- Versetzen der mehrjährigen Pflanzen
- Gründüngungen auf Brachflächen einsäen

Herzlichst Remo Vetter und das Gartenteam