Kräutergarten

 

80 Heil- und Küchenkräuter

Bei uns zeigen sich die Pflanzen nur von Ihrer besten Seite: Der fuchsiafarbene Johannisbeersalbei betört mit seinem Duft, der gemeine Schnittlauch wächst ebenso üppig wie die koreanische Minze und der dunkelrote Shiso - ein japanisches Gewürzkraut, das Reisgerichten eine ganz besondere Note verleiht. Im tausend Quadratmeter grossen Garten gedeihen gegen 80 Heil-, Gewürz- und Küchenkräuter, darunter mindestens fünf Basilikumsorten. Zur Freude von Küchenchefin Käthi Fässler, die für ihre 16 Gault-Millau-Punkte-Küche 16 Kräuter auf die Wunschliste gesetzt hatte.

 

Freude am Thema Gesundheit

Der Garten ist ein Ort der Begegnung zwischen Gästen und Mitarbeitenden, zwischen Gästen und Einheimischen. Im Zentrum steht die Freude an den Heilpflanzen und damit verbunden die Freude am Thema Gesundheit. Wer nicht gut einschläft, darf künftig etwas Baldrian vom Strauch zupfen und sich damit einen Beruhigungstee aufgiessen. Zehn entspannende und zehn aktivierende Teepflanzen stehen zur Verfügung. Damaris Lienhard und ihre Appenzeller Gartenkolleginnen, die nach dem Lustprinzip im Kräutergarten tätig sind, wissen wie es geht. Sie freuen sich auf den erdigen und im wahrsten Sinne bodenständigen Austausch mit ihren Gästen.
Im Hof Weissbad praktiziert zudem auch ein Arzt, der sich auf pflanzliche Anwendungen spezialisiert.

 

Philosophie

Gedanken

Im Appenzellerland tanzen in vielen lauschigen Gärten Blütentupfer im Sonnenlicht und laden zum Nähertreten ein. Besonders eindrücklich war für uns ein Besuch im Teufener Garten von Dr. Alfred Vogel. Völlige Ruhe umhüllt die üppigen Pflanzen mit ihren prachtvollen Blüten und wunderbaren Düften. Biologisch gezogenes Gemüse wetteifert mit den würzigen Kräutern. Und überall animieren Insekten zum Innehalten und Beobachten.

Spontan kam uns der Gedanke, wie schön es wäre, wenn unsere Gäste einen solchen Garten erleben könnten. So nahmen wir das Projekt an die Hand und durften bei der Gestaltung auf die wertvolle Unterstützung von Remo Vetter zählen. Er führt heute den Garten von Alfred Vogel und hat mit seinem Buch «The lazy gardener» schon viele Menschen zum Anlegen eigener Gärten inspiriert.

 
Garten

In unserem Kräutergarten finden neben Pflanzen auch Tiere Unterschlupf. Emsige Insekten fühlen sich im eigens für sie gebauten Hotel Zuhause. Würmer leben in ihrem Erdhaus wie im Paradies und unterstützen uns bei der Bodenbelüftung. Igel nutzen auf ihren Streifzügen gerne die integrierte Höhle und dezimieren nebenher ein paar Schnecken. In umgedrehten, mit Stroh gefüllten Tontöpfen finden Ohrwürmer ein gemütliches Nest und lohnen es uns, indem sie täglich bis zu tausend Läuse vertilgen.

Wichtig ist uns auch die Anordnung der Pflanzen. Denn einige mögen sich sehr gern, andere hingegen nicht. Besonders faszinierend ist das frisch angelegte Hügelbeet. Prall gefüllt mit Nährstoffen, lässt es unser Junggemüse nur so aus dem Boden schiessen.

 
Gesundheit

Unser Alltag wird allzu oft von äusseren Einflüssen bestimmt, die uns zur Eile drängen. Umso wohler fühlen wir uns in der Natur, die sich dieser Schnelllebigkeit standhaft widersetzt. In immerwährendem Rhythmus verändert sie sich langsam mit den Jahreszeiten, verwöhnt uns mit wohltuenden Heilkräutern, vermittelt Ruhe und Geborgenheit.

Unser Kräutergarten ist für Gäste, Einheimische, Mitarbeitende und uns selber ein gern besuchter Ort, an dem spannende Begegnungen stattfinden. Mit Arbeiten wie Hacken, Schneiden, Pflücken, Aufbinden und Giessen animiert er zum Aktivsein, gleichzeitig bietet er als stille Nische des Rückzugs Entspannung.

 
Genuss

Unser Garten schenkt uns Kräuter zum Würzen und Dekorieren der Speisen, Blüten und Blätter für Tees, Salben und Wickel, aber auch gehaltvolles Gemüse und knackige Salate. Seine Nähe ermöglicht eine nahtlose Verbindung zwischen innen und aussen. So kommen die frischen Kräuter an der Tee-Ecke, im Thalasso und am Frühstücksbuffet direkt vom Garten und verwandeln das Zubereiten des eigenen Tees zur lustvollen Tätigkeit.

Geschenkprodukte wie Kräutersalz, Kräuteröl, Sirup und andere Köstlichkeiten erfreuen als liebenswerte Mitbringsel über den Aufenthalt hinaus. 
 
Gemeinschaft

Unser Garten wird von sieben Frauen aus Weissbad nach dem Lustprinzip gepflegt. Das heisst, sie arbeiten dann, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Im Turnus von einem Tag pro Woche kratzen sie die Erde mit einer kupfernen Pendelhacke durch und geniessen die beruhigende Tätigkeit. Gleichzeitig freuen sie sich, dass durch diese rhythmische Arbeit kein Unkraut entsteht und der zugeführte Sauerstoff die Pflanzen zu üppigem Wachstum anregen.

Gerne lassen wir Sie als Gast an unserem Garten teilhaben. Geniessen Sie den Spaziergang über die weichen Wege, entlang von duftenden Kräutern. Tauschen Sie bei den Begegnungen ihre Erlebnisse aus. Entdecken Sie unseren Garten auf einer der Führungen im Lauf der Jahreszeiten immer wieder neu.